Träume und Symbole

Was hat das, was wir in unseren Träumen sehen und erleben, mit anderen Symbolen  zu tun? Sehr viel mehr als die meisten Menschen denken!

In den Augen vieler Naturwissenschaftler meist nicht viel mehr als nu neuronale Prozesse innerhalb des Gehirns und haben deshalb, nach ihrer Ansicht, keinerlei tiefere Bedeutung für uns. Im Bereich der Psychoanalyse geht man aber zumindest aus, dass wir im Schlaf das Tagesgeschehen verarbeiten und sich dabei auch ins Unbewusste Verdrängtes bemerkbar macht. Das Resultat dieser Vorgänge sind Träume, an die wir uns nach dem Aufwachen mal mehr und mal weniger deutlich erinnern. Die Bestandteile der Träume werden als Traumsymbole verstanden und entsprechender der jeweiligen Ausrichtung (Freud oder C. G. Jung) interpretiert.

So gesehen ist es allerdings sehr erstaunlich, dass überall auf der Welt die Menschen – gleich welcher Kultur sie angehören und welche Sprache sie sprechen – mit den gleichen Symbolen träumen.

Und an dieser Stelle beginnt es interessant zu werden. Denn hier zeigt sich die grundlegende Verbindung der Traumsymbole zu allen anderen Symbolen der Menschheit. In unseren persönlichen Träumen tauchen immer wieder universelle Symbole der Menschheitsgeschichte auf. Und genauso sind auch in vielen alten Symbolsystemen längst untergegangener Kulturen typische Traumsymbole der heutigen Zeit zu entdecken. Ein klares Zeichen dafür, dass sehr viel mehr hinter unseren Träumen steckt.

Ein Beispiel: Angenommen wir würden mehreren Menschen, die überall auf der Welt verteilt leben, unterschiedlichen Kulturen angehören und verschiedene Sprachen sprechen, das Bild eines Baums zeigen und sie bitten, alles zu notieren, was ihnen dazu einfällt. Anschließend würden wir die so entstandenen Assoziationslisten miteinander vergleichen. Schnell würden wir verblüffende Übereinstimmungen feststellen können. Es gäbe zwar anfangs auch erhebliche Abweichungen, doch diese würden mit zunehmender Länge der Listen immer geringer werden. Wenn diese Menschen die Aufgabe hätten, zwei Wochen lang jeden Tag für ungefähr eine Stunde der Ergänzung ihrer Liste zu widmen, würden die Gemeinsamkeiten immer offensichtlicher werden. Am Ende könnten die notierten Assoziationen so beinahe identisch werden!

Das ist keine Spekulation, sondern kann von jedem leicht ausprobiert und überprüft werden. Denn anfangs handelt es sich um Assoziationen, die vor allem mit uns persönlich zu tun haben. Je länger wir aber nach weiteren Ideen suchen, desto universeller werden sie. Und diese Assoziationen haben mehr mit der Menschheit im Ganzen zu tun.

Wenn wir die gesamte Menschheit betrachten, bilden Symbole für uns alle so etwas wie eine »geheime Sprache« des Bewusstseins. Oder genauer gesagt: Eine Sprache der unter- und überbewussten Ebenen des Bewusstseins. Und diese Sprache ist eine Bildsprache. Durch Bilder, die stellvertretend für etwas anderes als das Offensichtliche stehen, die Gefühle und Assoziationen in uns auslösen, entstehen im Schlaf scheinbar wirre, zusammenhanglose Träume, die eine Botschaft an uns selbst enthalten. Doch selbst dann, wenn wir uns nach dem Aufwachen an diese Träume erinnern, können wir sie oft nicht verstehen.

Der Schlüssel liegt jedoch darin, die Elemente dieser Bildsprache – die Symbole – in unsere vertraute Sprache zu übersetzen. Dann werden die wahren Traumbotschaften sehr klar und deutlich. Und was sie uns sagen, ist meist sehr hilfreich.

Deshalb bezeichne ich Träume gerne als Briefe unserer Seele an uns selbst. Und ich kann nur jedem empfehlen, diese Briefe nicht ungeöffnet wegzuwerfen.

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