Nichts ist beständiger als der Wandel

Ein typisch menschliches Phänomen ist der Versuch, die unaufhörliche Veränderung der Dinge anhalten zu wollen. Ob bewusst oder nicht – viele Menschen denken, alles müsse so bleiben wie es jetzt ist. Und so setzen sie sich dann mit voller Kraft dafür ein, jegliche Veränderung zu verhindern.

Natürlich gilt das nicht für jeden Menschen im gleichen Maße, klar. Es gilt ebenso nicht für alle Bereiche des Lebens gleichzeitig. Aber wer kann von sich behaupten, dass er völlig frei davon ist?

Die Vorstellung aber Veränderungen überhaupt aufhalten zu können, also einen Jetzt-Zustand von etwas dauerhaft aufrecht zu erhalten, ist ein tragischer Irrtum. Und zum Scheitern verurteilt. Der ewige Wandel des Jetzt ist ein universelles Gesetz. Es gibt im gesamten Universum nichts, was sich nicht verändert. Alles Existierende befindet sich ständig in der Wandlung. Das ist keine Vermutung, sondern Tatsache. Niemand hat bisher irgendetwas Existierendes gefunden, was nicht Veränderungsprozessen unterworfen wäre. Sogar bei den großen Naturkonstanten der Physik, von denen die Wissenschaft lange annahm, sie besäßen ewige Gültigkeit, hat man mittlerweile Veränderungen festgestellt.Alles verändert sich – einiges schneller und anderes langsamer.

Der Mensch besitzt jedoch die Tendenz den Jetzt-Zustand als etwas zu betrachten, was ist, immer war, und damit – konsequenterweise – auch immer so sein muss. Und damit fangen die Probleme an …

Denn der Mensch besitzt in verschiedenen Bereichen tatsächlich die Fähigkeit einen Jetzt-Zustand über einen gewissen Zeitraum hinweg zu konsvervieren. Über einen gewissen Zeitraum! Dauerhaft natürlich nicht. Denn je länger dies versucht wird, desto größer wird der Veränderungsdruck. Und damit wird es immer aufwändiger und schwieriger, die Nichtveränderung aufzuhalten. Bis der Druck irgendwann so gewaltig wird, dass es keine Macht der Welt mehr ausreicht ihm standzuhalten. Es passiert was passieren muss: Ein großer Knall, und mit viel Getöse finden sich in sehr kurzer Zeit sehr große Veränderungen statt. Leider allzu häufig mit eher unangenehmen Begleiterscheinungen für die Betroffenen.

Es ist zwar verständlich, wenn sich Menschen bemühen einen bestimmten Zustand aufrechtzuerhalten, der ihnen angenehm ist und gewisse Vorteile bietet. Insbesondere, wenn sie lange dafür gebraucht haben, diesen Zustand zu verwirklichen. Das ist menschlich und absolut nachvollziehbar. Allerdings sind die Zustände, an denen viele Menschen festzuhalten versuchen, oftmals überhaupt nicht erfreulich für sie selbst. Warum wird also auch in solchen Fällen versucht die Veränderung aufzuhalten? Tragischerweise ist es ebenfalls eine typisch menschliche Eigenart, sich vor dem Unbekannten mehr zu fürchten, als vor dem, was man kennt – selbst wenn dies nichts Erfreuliches ist.

Tragisch deshalb, weil der ewige Wandel nichts Bedrohliches ist, was gegen uns arbeitet. Der ewige Wandel ist etwas sehr Gutes, Hilfreiches. Etwas, dass uns – und alles Leben – unterstützt. Wir müssen nur etwas anders – bewusster – mit dem Wandel umgehen.

Wenn wir wissen, dass sich immer alles verändert, und dies nicht aufzuhalten ist – warum konzentrieren wir uns dann nicht darauf, immer nach besseren Zuständen zu trachten? Das ist viel einfacher als sich gegen jede Veränderung zu stemmen, weil wir so mit dem Fluss der Veränderung fliessen.

Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das dieses Prinzip sehr gut auf Punkt bringt: „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Also liegt es an uns selbst, unserer Einstellung und unserem Umgang mit dem Prinzip der Wandlung, ob wir mit Gegen- oder Rückenwind zu rechnen haben. Und meist ist es auch nicht besonders schwer, im den jeweilige Jetzt-Zuständen etwas zu finden, was sich nicht verbessern liesse, oder? Selbst wenn ein Zustand beinahe perfekt zu sein scheint, lässt sich trotzdem noch etwas noch Besseres vorstellen.

Außerdem, wenn wir ehrlich mit uns selbst sind: Wann empfinden wir die größte Freude? Wenn wir etwas erreicht haben, auf das wir lange hingearbeitet haben, ist das zwar mit großer Freude verbunden. Aber diese Freude lässt meist schneller nach als uns lieb ist. Solange wir jedoch darauf hin arbeiten, mit klarem Ziel vor Augen, wächst die Freude mit jedem Schritt an, dem wir diesem Ziel näher kommen. Da liegt die wahre Freude! Ziele zu haben und sich darauf zu zu bewegen.

Ein Kommentar

  1. „Ewiger Wandel ist die Wurzel von Allem“. :)
    (P. F. C. )

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