Alles lebt!

In der heutigen Welt existieren zwei fundamental unterschiedliche Sichtweisen über diese Welt – das ganze Universum -, in der wir leben:

  1. Es gibt tote Materie und lebende Wesen.
  2. Alles lebt.

Die zweite Sichtweise, dass alles lebt, ist die ältere, während die erste, in der zwischen lebenden Systemen und toten Stoffen unterschieden wird, die heute von der Wissenschaft anerkannte und vielleicht sogar am weitesten verbreitete Sichtweise ist. Die zweite Weltsicht wird heute oftmals in den Bereich des Glaubens verwiesen, oder sogar des Aberglaubens. Viele Wissenschaftler betrachten die Idee, dass alles leben könnte, als Unwissenheit früherer Kulturen oder naiv-religiöse Glaubensvorstellung. Man vermutet stattdessen, dass das Leben irgendwann in der Vergangenheit durch eine bestimmte Zusammensetzung verschiedener toter Stoffe entstanden ist.

Auf der anderen Seite sind die Vertreter der zweiten, älteren Sichtweise der Ansicht, dass in allem, was existiert, die grundsätzliche Lebendigkeit bereits enthalten ist. Allerdings besitzt diese universelle Lebendigkeit unterschiedlich deutliche Ausdrucksformen und ist damit zum Beispiel in der Tierwelt klar als solche erkennbar, während sie in der Welt der sogenannten toten Materie, beinahe überhaupt nicht erkennbar ist.

Ein persischer Sufi-Meister namens ar-Rumi fasste diese Vorstellung einst mit wenigen Worten zusammen:

Leben
Es schläft im Mineral,
träumt in der Pflanze,
erwacht im Tier
und beginnt sich selbst im Menschen zu erkennen.

Es gibt einige Menschen, die selbst Pflanzen nicht als lebendes Wesen anerkennen. Andere erklären hingegen, sie spüren das Leben auch in Steinen. Und wieder andere stehen unschlüssig dazwischen und sind sich nicht sicher, welche dieser beiden fundamental unterschiedlich Vorstellungen sie glauben sollten. Intuitiv tendiert das eigene Gefühl vielleicht eher zu der Vorstellung, dass alles lebt, doch andererseits hat die moderne Wissenschaft viele sachlich bedeutsame Argumente auf ihrer Seite.

Zumindest glauben das viele Menschen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch sehr schnell, dass die Trennlinie zwischen toter Materie und Lebenden Wesen völlig willkürlich gezogen wurde und nichts mit der Wirklichkeit zu hat.

In einem Buch über Jnana Yoga widmet sich der Autor Ramacharaka eben dieser Frage, wo genau die Trennlinie zwischen toter Materie und lebenden Wesen zu ziehen ist, auf sehr systematische und überzeugende Weise. Im zweiten Kapitel dieses Buches stellt er die Behauptung, dass alles lebt, auf die Probe. Er untersucht alle Ebenen des Existierenden nach Hinweisen darauf, ob es dort irgendetwas geben könnte, dass kein Anzeichen von Leben in sich trägt – angefangen bei den einfachsten einzelligen Lebensformen, über die Kristalle, Mineralien und Metalle, bis hin zu den Atomen. Und tatsächlich finden sich überall mehr Hinweise auf Lebendigkeit statt auf Nicht-Lebendigkeit. Nicht im Sinne eines Glaubens, sondern nach sachlich-rationalen Kriterien. Wer ergebnisoffen mit dieser Untersuchung beginnt, kommt am Ende nicht um die logische Erkenntnis umhin, dass wirklich alles lebt. Nicht als Spekulation, Glaubensdogma oder rein gefühlsmäßig, sondern als zwangsläufige Schlussfolgerung des Verstands!

 

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